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Leber-/Nieren Untersuchung

Leber-und Nierenerkrankungen

Leber - und Nierenerkrankungen, können eine Epilspsie verursachen. Aus diesem Grund wird dieses ebenfalls abgeklärt:

Lebershunt

Ein Lebershunt (portosystemischer Shunt) ist ein Blutgefäß, das Blut um die Leber herum transportiert, anstatt hindurch.
Um festzustellen, ob eine Erkrankung der Leber vorliegt, kann man folgende Untersuchungen machen lassen:

Untersuchungen

Wie kann ein Shunt diagnostiziert werden?

Erste Hinweise kann ein Blutbild geben.

Hunde mit congenitalen Leber-Shunts haben normalerweise erniedrigte Harnstoff- und Albumin-Konzentrationen im Blut. Es können leichte Anzeichen von Blutarmut vorhanden sein (Anämie). Die Leberenzyme können leicht erhöht sein (AST / ALT). Auch die Blutzuckerwerte können erniedrigt sein.

Der Urin kann verdünnt oder infiziert sein und Ammoniumbiurat-Kristalle enthalten.
Keine dieser veränderten Laborwerte sind aber spezifisch für einen Leber-Shunt.

Hier sollte man durch Messung der Ammoniak- oder Gallensäuren-Konzentration im Blut die Funktion der Leber untersuchen.

Ammoniak-Test (NH3)

Ammoniak ist einer der Giftstoffe, die bei der Verstoffwechselung von Eiweiß (Protein) entstehen. Normalerweise wird das mit dem Blut zur Leber transportierte Ammoniak in der Leber zu unschädlichem Harnstoff umgewandelt, der dann schlussendlich mit dem Urin ausgeschieden wird. Freies Ammoniak ist für den Körper sehr giftig, es schädigt Gehirn und Nervenzellen.
Ein gut durchgeführer Ammoniak-Test ist eine einfache und die sicherste Methode.
Für die Blutabnahme muss der Hund nüchtern sein. Er darf mindestens 12 Stunden nichts gefressen haben. Welpen dürfen auch nicht bei der Mutterhündin trinken. Das Trinken von Wasser ist aber gestattet.
Im Prinzip muss der Ammoniakwert unter 45 µmol/l liegen. In der Praxis wird weiter untersucht, wenn der gefundene Ammoniakwert 60 µmol/l oder höher ist. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die übergroße Mehrheit von Welpen mit Ammoniakwerten zwischen 40 und 60 µmol/l keinen Shunt haben. Aber es sind mehrere Fälle bekannt von Cairn Terrier Welpen mit Ammoniakwerten zwischen 40 und 60 µmol/l, die einen Shunt hatten. Hat ein Welpe einen Wert von 60 oder höher, wird standardmäßig weiter untersucht, bei Welpen mit Werten zwischen 40 und 60 µmol/l wird in einigen Fällen zur weiteren Untersuchung geraten.

Für viele ist es schwierig zu begreifen, dass ein Welpe mit einem Ammoniakwert von 57 µmol/l sehr wohl einen Shunt haben kann, während ein Welpe mit einem Wert von 78 µmol/l möglicherweise keinen hat. Man muss hierbei realisieren, dass es bei diesem Test um das Messen einer sehr geringen Menge von Ammoniak im Blut geht. Nur ein Test, der nach einer speziellen Methode sehr sorgfältig durchgeführt wird, ist aussagekräftig.
In der Praxis bleibt, dass man bei Ergebnissen zwischen 50 und 80 µmol/l von einer “Grauzone” spricht. Entweder der Hund hat einen Shunt und durch Zufall hat er bei der Untersuchung keine sehr stark erhöhten Ammoniakwerte, oder der Hund hat keinen Shunt und durch Zufall hat er nur leicht erhöhte Ammoniakwerte. Nur weiterführende Untersuchungen können in diesem Bereich Gewissheit schaffen.

Bei Irish Wolfhounds gelten höhere Grenzwerte als die hier genannten.

Ammoniak-Toleranz-Test

Bei Hunden mit erhöhten Ammoniakwerten wird ein Ammoniak-Toleranz-Test durchgeführt. Dafür muss der Hund nüchtern sein. Es wird zunächst etwas Blut abgenommen, und der Ammoniakwert bestimmt. Danach wird eine kleine Menge Ammoniak-Lösung in den Enddarm eingebracht. Diese Menge wird bei gesunden Hunden durch die Leber abgebaut. Nach 20 und 40 Minuten wird jeweils nochmal eine kleine Menge Blut abgenommen, um den Ammoniak-Wert zu bestimmen. Bei gesunden Tieren findet kein Anstieg der Ammoniak-Konzentration statt, bei Tieren mit einem portosystemischen Shunt findet ein sehr deutlicher Anstieg statt (meist über 150 µmol/l). Es gibt keine Relation zwischen der Höhe der Ammoniak-Konzentration und der Größe des Shunts und der Schwere der Symptome.

Auch beim Ammoniak-Toleranz-Test spricht man von einer Grauzone: In manchen Fällen findet eine geringe Erhöhung der Ammoniak-Werte statt, die höchstwahrscheinlich als normal angesehen werden muss. Die Durchführung eines Ammoniak-Toleranz-Tests ist eine Möglichkeit um herauszufinden, ob in der Tat kein Shunt vorhanden ist.

Der Ammoniak-Toleranz-Test wird heute nur noch sehr selten angewendet, da er für Shuntpatienten nicht unproblematisch ist und es anderseits andere Untersuchungsmöglichkeiten mit besserer Aussagekraft gibt.

Gallensäuren Test

Gallensäuren werden von der Leber produziert und zwischen den Mahlzeiten in der Gallenblase gespeichert Sie werden in den Darm freigegesetzt, um Fette aufzuspalten und aufzunehmen und dann resorbiert und wieder gespeichert, bis sie wieder benötigt werden. Hunde mit Lebershunt haben erhöhte Gallensäurenwerte im Blut, weil die Leber keine Möglichkeit bekommt, diese Stoffe zu entfernen und zu speichern, nachdem sie resorbiert wurden.

Hunde mit einem Shunt werden nahezu immer erhöhte Gallensäurenwerte 2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme haben und ca. 95 % haben gewöhnlich erhöhte Gallensäurenwerte nach 12 stündigem Fasten. Die Blutprobe wird aus verschiedenen Gründen zu beiden Zeiten entnommen (nüchtern - preprandial und nach dem Füttern - postprandial ). Einige Hunde setzten Gallensäuren mitten in der Nacht frei, sie haben dann natürlich einen höheren Wert, als das bei Nüchtern-Proben üblich ist. Andere Hunde können nach dem Fressen Fett in Ihrem Blut haben, welches den Test stören kann. Wenn nur eine Blutprobe genommen werden kann, dann ist es das Beste, die Probe eineinhalb bis zwei Stunden nach den Fressen zu nehmen.

Gallensäuren können bei allen Lebererkrankungen erhöht sein. Die meisten Hunde mit Lebershunt haben nach der Fütterung Werte von über 100 µmol/l.

Ein Lebershunt kann nicht alleine über diese Blutwerte diagnostiziert werden. Es sind weitere Untersuchungen nötig, um Gewissheit zu bekommen.

Ultraschall

Die Diagnose eines Shunts mit Ultraschall erfordert sehr viel Erfahrung und unter Umständen auch spezielle Geräte (Doppler). Diese Methode ist stark abhängig vom durchführenden Tierarzt. Der Vorteil liegt darin, dass es eine nicht invasive Methode ist und für gewöhnlich keine Anästhesie erfordert. Wird bei der Ultraschalluntersuchung kein Shunt gefunden, so kann man nicht sicher ausschließen, dass der Hund trotzdem einen Shunt hat.

Szintigraphie
Eine Szintigraphie ist eine nuklearmedizinische bildgebende Untersuchung, die den Blutfluss misst. Um zu beurteilen, ob ein Hund einen Shunt hat, wird nach mehrern Einläufen ein radioaktives Material in den Darm eingebracht und mit einer speziellen Kamera untersucht, die an einem Computer hängt. Der Computer misst die Menge des radioaktiven Blutes im Herzen und in der Leber und vergleicht diese beiden. Normale Tiere haben eine Shunt-Fraktion (Menge des Blutes im Herzen minus der Menge des Blutes in der Leber) von weniger als 15 %. Mit anderen Worten, wenigstens 85 % des radioaktiven Materials gelangen in die Leber. Hunde mit einem Shunt haben gewöhnlich Shunt-Fraktionen über 60 %, da das meiste Blut an der Leber vorbei fließt und direkt zum Herzen geht. Szintigraphie ist sicher und schnell, aber es erfordert starke Sedation oder Narkose. Die Tiere müssen danach wenigstens eine Nacht stationär beobachtet werden, bis die radioaktive Substanz über Stuhlgang und Urin vollständig ausgeschieden ist. Die Szintigraphie sagt uns, dass ein Shunt vorhanden ist, aber in den meisten Fällen kann der Veterinär nicht sagen, ob der Shunt innerhalb oder außerhalb der Leber ist, noch ob es mehr als ein Shunt ist, noch ob der Shunt angeboren oder erworben ist. Ist allerdings nur ein kleiner Shuntfluss vorhanden, erkennt die Szintigraphie das nicht. Alles in allem ist es ein sehr aufwendiges Verfahren, dass heute zur Shuntdiagnostik nicht mehr wirklich sinnvoll ist.

Portographie
Eine Portographie ist eine Röntgenuntersuchung der Blutgefäße zur Leber. Da Blutgefäße auf normalen Röntgenbildern nicht leicht zu sehen sind, muss ein Kontrastmittel in ein Blutgefäß im Bauchraum gespritzt werden. Dazu wird ein kleiner Bauchschnitt gemacht und in eine Darmvene wird ein Katheder eingebracht, durch den dann das Kontrastmittel injiziert wird. Das Kontrastmittel kann auch direkt durch die Haut in die Milz injiziert werden. Ein Portogram erfordert eine Narkose und ist invasiver als eine Szintigraphie. Für gewöhnlich ist es sehr sicher. Eine Portographie liefert ein Bild von dem Shunt, so dass der Tierarzt sehen kann, wo genau sich der Shunt befindet und ob es mehr als einer ist.

Etwas genauer (mit freundlicher Genehmigung von Dr.Ingmar Kiefer, Uni Leipzig)

Die Portographie ist die einzige Methode, die eine fast 100%ig sichere Aussage machen kann, ob ein Shunt vorliegt oder nicht. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:

Jejunale Portographie
Der Klassiker. Hierbei wird der Bauch eröffnet, eine Darmschlinge (Jejunum) vorgelagert und in eine Vene ein Zugang gelegt. Durch diesen Zugang wird dann eine definierte Menge an Kontrastmittel gespritzt und der Verlauf unter Durchleuchtung kontrolliert. Diese Methode ist dann sinnvoll, wenn die Voruntersuchungen es als wahrscheinlich ansehen, dass ein Shunt vorliegt, da im Anschluss an die Portographie der Shunt direkt chirurgisch versorgt werden kann.

Splenoportographie
Bei Patienten, bei denen der Shunt unwahrscheinlich ist, man aber Sicherheit haben will, erscheint eine Splenoportographie eine gute Alternative. Hierbei wird unter Ultraschallkontrolle das Kontrastmittel in die Milz gespritzt und dann ebenfalls unter Durchleuchtung der Verlauf verfolgt. Zwar muss der Patient für diese Untersuchung auch in Narkose, allerdings viel kürzer. In der Regel dauert die eigentliche Untersuchung weniger als 5 min, der Bauch muss nicht eröffnet werden und man hat trotzdem eine sehr gute Aussagekraft. Die Limitation dieser Methode liegt im Geschick des Ultraschallers, er muss die Nadel sicher für einige Zeit in der Milz platzieren. Da häufig kleine Hunde betroffen sind, ist dieses nicht immer einfach.

CT gestützte Portographie
Bei diesem Verfahren wird der Verlauf der Vena porta nach peripherer Applikation von Kontrastmittel im CT verfolgt. Es gibt verschiedenen Methoden, um den Zeitpunkt zu erfassen, wann das Kontrastmittel in der Vena Porta anflutet. Beim Bolustraking, wird eine ROI “Region of Interest” in die Vena Porta gelegt und man lässt das CT dort im Sekundentakt den Dichtewert HU (Hounsfield Unit) messen. Wenn das Kontrastmittel dort einflutet, wird ein vorher definierter Schwellenwert überschritten und das CT fängt automatisch mit der Untersuchung an. Die Methode ist sehr sicher, und läßt sich gut zur OP-Planung nutzen.
Kann ein Shunt mit Hilfe einer Leberbiopsie diagnostiziert werden ?
Bei einer Leberbiopsie wird etwas Lebergewebe entnommen, welches dann im Labor untersucht wird. Bei Tieren mit einem Shunt ist die Leber kleiner als normal, da sie durch die geringe Durchblutung atrophiert. Auf einer Leberbiopsie erscheinen die Gefäße geschrumpft. Einige Gefäße sind sehr klein, während andere sich vervielfältigen bei dem Versuch die Blutzufuhr zu verbessern. Diese Veränderungen nennt man Hepathische Microvaskuläre Dysplasie. Microvaskuläre Dysplasie (MVD oder HMD) kann auch bei Hunden ohne Lebershunt auftreten. Es sind weitere Tests notwendig um herauszufinden, ob auch ein Shunt vorhanden ist.

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